Navigation überspringen

Vernetzt - Lernen und Lehren im Zeitalter der Digitalität

Digitalkongress

Verschiedene Mitglieder des Seminars boten für den Digitalkongress, der am 2. Oktober 2021 unter dem Titel "Vernetzt - Lernen und Lehren im Zeitalter der Digitalität" stattfand, Veranstaltungen an.

Dr. Sebastian Emling: Tugendhaft dank Digitalisierung? Das Social Credit System im Lichte der aristotelischen Tugendethik

Im Beitrag wurde das von der Volksrepublik China gestartete Social Credit System vor dem Hintergrund spezifischer moralphilosophischen Positionen eines der großen und einflussreichsten abendländischen Philosophen analysiert. Dabei lag der Fokus auf der Analyse der Tugenden durch Aristoteles im ersten Kapitel des zweiten Buches der Nikomachischen Ethik. Dort führt der Philosoph auf, dass die „Gesetzgeber die Bürger durch Gewöhnung tugendhaft machen“. Im Vortrag wurde am Beispiel des Social Credit Systems geprüft, inwiefern Prozesse der Digitalisierung dieses Vorhaben in einem umfassenderen Maße ermöglichen als es sich Aristoteles wohl jemals hätte träumen lassen und wie dieser Prozess moralphilosophisch zu bewerten ist. 

Können Aspekte der Digitalisierung der Ausbildung tugendhafter Menschen innerhalb freiheitlich demokratischer Gesellschaften dienen oder führt die Verwendung von Big Data zwangsläufig zu einem repressiven, Konformität schaffenden Staat chinesischer Couleur?

Die Lektüre des fast zweieinhalbtausend Jahre alten Klassikers Aristoteles führt uns vor Augen, dass Prozesse der Digitalisierung wie das massenhafte Sammeln von Daten, die Analyse individueller Handlungsmuster sowie die Reflexion menschlicher Entscheidungen moralisch informiert und inspiriert sein müssen. Sind sie das nicht, laufen wir als Gesellschaft - ja vielleicht gar als Menschheit - Gefahr die uns auszeichnenden Fähigkeiten wie kritische Urteilskraft und die vernünftige Reflexion unserer Entscheidungen an staatliche Autoritäten und wirtschaftliche Global Player abzugeben und damit zu verlieren.

Zu den Präsentationsfolien


Moritz Mödinger: Digitalisierung im Sportunterricht – von Substitution zu Augmentation

Moritz Mödinger1,2,3,4, Bastian Schittkowski1,5, Alexander Woll1, Ingo Wagner1

1Karlsruher Institut für Technologie
2Forschungsinstitut für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen
3Seminar für Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte Heilbronn
4Allgemeinbildendes Gymnasium
5Berufliche Schule 

Hintergrund

Seit dem Anbruch des digitalen Zeitalters in den frühen 90er Jahren hält die Digitalisierung zunehmend Einzug in alle Lebensbereiche. Auch für den Sportunterricht eröffnet sie neue Möglichkeiten, sowohl in inhaltlicher als auch in methodischer Hinsicht. 

Im Bildungsplan manifestiert sich Digitalisierung auf Kompetenzebene vorwiegend kognitiv-reflexiv. Neben den Leitperspektiven zeugen hierarchisch subsummiert die inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche wie „Spielen“, „Laufen, Springen, Werfen“ „Bewegen an  Geräten“, „Tanzen, Gestalten, Darstellen“, „Fitness  entwickeln“ sowie  „Wissen“ von diesem Wandel.  

Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien sind vielseitig und reichen von der Analyse von Bildmaterial, über die Erkennung, Benennung und Korrektur leistungsbestimmender Merkmale, die Verbesserung der Bewegungsqualität unter Einbezug verschiedener Feedbackmethoden bis hin zur Vermittlung mediengestützter Verfahren. Im Hinblick auf die Gestaltung und Durchführung kompetenzorientierten Sportunterrichts zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung unweigerlich mit einem veränderten Anforderungsprofil für Lehrkräfte wie auch der Schülerschaft einhergeht. Dieser Umstand macht  Anpassungen der Infrastruktur, aber auch die entsprechende Qualifizierung  der Lehrkräfte auf Grundlage methodischer Konzepte erforderlich. Während das TPACK-Modell (Mishra & Koehler, 2006) zur Schaffung dieser Rahmenbedingungen einen Orientierungsrahmen für die Ausbildung angehender Lehrkräfte bietet, fokussiert das SAMR-Modell (Puentedura, 2006) vorrangig auf die Implementierung digitaler Medien in den Unterricht, die anhand verschiedener Stufen ausdifferenziert werden.  

Die Kompetenzbeschreibungen des Bildungsplans machen deutlich, dass eine gewinnbringende Implementierung in den Unterricht mehr leisten muss als die bloße Substitution ihrer analogen Pendants. Die Generierung eines Mehrwertes (Augmentation) im Sinne der Lernzielerreichung sollte daher das Mindestziel darstellen, auf dessen Grundlage Schritte der “Modifikation” und “Redefinition” im Kontext von Transformation angegangen werden können. Exemplarisch soll dieser Mehrwert anhand zweier Beispiele unter Berücksichtigung von Forschungsstand und Bildungsplan illustriert, demonstriert und in der Praxis erprobt werden. Digitalisierung im Sportunterricht – von Substitution zu Augmentation.

Schwerpunkte der Veranstaltung

Susanne Vester: Mit digitalen Tools die Lehrwerksarbeit im Fremdsprachenunterricht ergänzen und so kooperative und individualisierende Lernprozesse fördern

Im Workshop wurden Möglichkeiten der Integration von digitalen Elementen in die „klassische“ Lehrwerksarbeit vorgestellt. Anhand von Beispielen aus dem Spanischunterricht wurde aufgezeigt, wie Aufgabenformate der Lehrwerke in unterschiedliche digitale Tools (z.B. Book Creator, Padlet, Pixton, Learningapps u.a.) transformiert  bzw. durch diese sinnvoll erweitert werden können. Der Fokus lag dabei insbesondere darauf, produkt- und handlungsorientiert kooperative Lernprozesse zu initiieren (z.B. durch die Erstellung von gemeinsamen eBooks oder Comics). Darüber hinaus wurden Varianten zur Förderung individualisierender und differenzierender Maßnahmen präsentiert, die sich sowohl auf Neigung/ unterschiedliche Lernzugänge als auch auf Niveauunterschiede bezogen.

In einem Praxisteil wurde die Handhabung des Book Creators erläutert und erprobt. 

zurück



 

Unsere Webseite verwendet nur Cookies, die technisch notwendig sind und keine Informationen an Dritte weitergeben. Für diese Cookies ist keine Einwilligung erforderlich.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.