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Preisverleihung 2011

Der Preisträger im Jahr 2011 ist Studienreferendar Robert Giegling aus dem Kurs 2010. Seine Arbeit wurde im Fach Musik geschrieben und trägt den Titel  „Vom Konzertsaal in die Disco - Klang/Sound, Rhythmus/Groove - zeitgenössische Musik in der Kursstufe“.

 

In einem feierlich gestalteten Abend in der Aula des Seminars stellte Robert Giegling am 20. Juli seine Arbeit einem interessierten Publikum vor. In seiner Laudatio hob Seminardirektor Prof. Dr. Hittler den Tiefgang der Arbeit hervor, und zwar in mehrfacher Hinsicht: bezogen auf das gymnasiale Niveau, das musikalische Handwerk des Autors und die Handlungsorientierung, d.h. den Anspruch, Schüler selbst etwas leisten zu lassen.

 

 In seinem Vortrag bestätigte Robert Giegling diese Einschätzung. Wie der Titel bereits verrät, wird in der Arbeit ein Konzept vorgeschlagen, die Schüler bei der Musik abzuholen, die sie privat hören und so gar nicht mit dem Musikunterricht in Verbindung bringen. In keiner Weise sollte aktuelle Popmusik dahingehend missbraucht werden, der aus Schülersicht möglicherweise unbeliebteren Zeitgenössischen Musik, verbunden mit Komponisten wie John Cage oder Steve Reich, gleichsam durch die pädagogische Hintertür zur vermeintlich nötigen Hipness zu verhelfen. In seinem didaktischen Ansatz sieht Robert Giegling die Chance, die Schüler sowohl für „ihre“ Musik als auch für die „Schulmusik“ zu sensibilisieren, ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, Kompetenz zu erwerben, Selbstbewusstsein zu entwickeln, für „ihre“ Musik mündig einzutreten.

Mit der Gegenüberstellung von Zeitgenössischer Musik und Popmusik will Robert Giegling einen Bewusstseinswandel bei den Schülern erreichen: Indem die Schüler selbst in die Rolle des Komponisten wie des Interpreten schlüpfen, könne ein neues Verständnis und vor allem ein neuer Umgang mit Kunst möglich werden. Robert Giegling ist sich sicher, dass aus Selbsterklärungen der zeitgenössischen Komponisten die Schüler Rückschlüsse über den Sinn, die Notwendigkeit dieser Musik ziehen, um auf diese Weise zu einer fundierteren Urteilsbildung zu kommen, die eher differenziertere Diskussionen als das Streiten über geschmackliche Vorlieben zulassen.



Wenn der Preisträger wie Robert Giegling im Studiengang Schulmusik ein ausgebildeter Pianist und ein Diplom-Jazz-Trompeter ist, dann ist es naheliegend, dass er für die musikalische Umrahmung sorgt. Nicht nur der Vortrag, auch eine anmutig vorgetragene Sonate Beethovens hat entscheidend dazu beitragen, dass die Zuhörer den Abend ansprechend fanden, herausgefordert von einer prickelnden Intellektualität und doch gepaart mit freundlicher Zuwendung, die nicht nur in einer Abschlussdiskussion, sondern auch in persönlichen Gesprächen danach zu spüren waren. Man darf sich freuen auf die Preisverleihung im nächsten Jahr, auch wenn die Messlatte sehr hoch liegt.


 

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